Deutschland bleibt Mieterland

Deutschland bleibt Mieterland – und das ist kein Zufall.
Wenn Du in Deutschland eine Immobilie kaufst und selbst einziehst, wirst Du steuerlich deutlich schlechter gestellt als jemand, der dieselbe Immobilie als Kapitalanlage vermietet.
Genau das ist ein Punkt, der in der wohnungspolitischen Debatte viel zu wenig Beachtung findet.
Das Institut der deutschen Wirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass Selbstnutzer gegenüber Vermietern je nach Fall einen erheblichen steuerlichen Nachteil haben können. Gleichzeitig zeigt der europäische Vergleich: Deutschland gehört bei der Eigentümerquote weiterhin zu den Schlusslichtern, während in vielen Nachbarländern deutlich mehr Menschen im eigenen Zuhause leben.
Ein direkter Zusammenhang lässt sich nicht auf einen einzigen Faktor reduzieren. Natürlich spielen auch Kaufpreise, Eigenkapital, Zinsen, Baukosten und regionale Marktstrukturen eine große Rolle.
Aber wenn ein Staat selbstgenutztes Wohneigentum steuerlich kaum unterstützt, hohe Erwerbsnebenkosten verlangt und den Vermögensaufbau über die eigene Immobilie nicht gezielt erleichtert, dann darf man sich über eine niedrige Eigentümerquote nicht wundern.
Gerade im Rhein-Main-Gebiet ist das in der Praxis jeden Tag spürbar.
Ich erlebe viele Menschen, die solide aufgestellt sind, vernünftig rechnen und den Wunsch nach den eigenen vier Wänden haben. Was ihnen oft fehlt, ist nicht die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sondern ein System, das den Erwerb unnötig schwer macht.
Dabei ist Wohneigentum weit mehr als nur ein Immobilienkauf.
Es ist Sicherheit.
Es ist Altersvorsorge.
Es ist Vermögensaufbau.
Und sehr oft ist es der wertvollste Besitz einer Familie.
Wenn wir in Deutschland ernsthaft mehr Eigentumsbildung wollen, müssen Selbstnutzer politisch und steuerlich endlich stärker in den Fokus rücken.
Nicht mit Symbolpolitik.
Sondern mit echten Verbesserungen.
Wie siehst Du das: Braucht Deutschland bessere Rahmenbedingungen für Selbstnutzer?
Quellen: IW Köln 2026; Eurostat „Housing in Europe 2025“.
